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  Freiwillige Feuerwehr Golling
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Jahresbericht 2018!

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Zuletzt im Einsatz

05.01.: Unwettereinsatz
06.01.: Unwettereinsatz
06.01.: Fahrzeugbergung
06.01.: Brandverdacht
06.01.: Unwettereinsatz
06.01.: Personenrettung
06.01.: Fahrzeugbergung
07.01.: Unwettereinsatz
08.01.: Unwettereinsatz
08.01.: Stromversorgung
09.01.: Lkw-Bergung
10.01.: Unwettereinsatz
10.01.: Unwettereinsatz
10.01.: Hilfeleistung Bühne
11.01.: Unwettereinsatz
11.01.: Hilfeleistung Bühne
11.01.: Unwettereinsatz
12.01.: Hilfeleistung Bühne
12.01.: Hilfeleistung Bühne
14.01.: Unwettereinsatz
14.01.: Hilfeleistung Bühne
14.01.: Lkw-Bergung
15.01.: Techn. Einsatz  

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FF Golling - intern

Terminkalender
12.-17.08.2002: Hochwasserkatastrophe in Golling PDF Drucken E-Mail
Montag, 19. August 2002
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Ausnahmezustand in Golling - Jahrhunderthochwasser in der Salzburger Gemeinde, Die Feuerwehr im Dauereinsatz

Hier finden Sie den Gesamtbericht über das größte Hochwasser seit 50 Jahren in Golling. Dieses ist in die Kategorie "60-Jähriges Hochwasser" einzustufen. Lesen Sie interessante Tatsachenberichte über den Grosseinsatz der Feuerwehr und Hilfskräfte.

TAG 1 - 12. August 2002   
07.00 Uhr:
Die Feuerwehr Golling wird erstmals von einem sehr hohen Wasserstand und einer eventuellen Hochwassergefahr informiert. Sofort werden alle verfügbaren Kräfte der Feuerwehr Golling alarmiert und treffen um 07.05 Uhr im Zeughaus ein. Nach kurzer Lagebesprechung werden Trupps zusammengestellt und beginnen mit ersten Sicherungsmaßnahmen in den bedrohten Siedlungen. Sandsäcke sind zu diesem Zeitpunkt aufgrund der vielen Einsätze im gesamten Bundesland keine mehr verfügbar.

09.00 Uhr:
Die Salzach steigt bedrohlich an, viele Bewohner beginnen mit Sicherungs- und Transportmaßnahmen in ihren Häusern. Zu diesem Zeitpunkt stehen bereits 40 Mann der Feuerwehr Golling im Einsatz.

09.30 Uhr:
Meldung an die FF Golling von der ÖBB: Evakuierung eines Zuges im Bereich Pass Lueg. Sofort machen sich einige Einsatzkräfte auf den Weg. Aus der Zug-Garnitur werden binnen weniger Minuten alle Passagiere "huckepack" durch die Fluten getragen und in Busse verbracht.

09.45 Uhr:
In diesen Minuten steigt die Salzach unaufhaltsam an und überflutet binnen weniger Minuten ganze Ortsteile Gollings. Auch dem Feuerwehrzeughaus nähert sich eine bedrohliche Flutwelle, 10 Minuten später ist es passiert: Die parkenden Pkw´s der im Einsatz stehenden Feuerwehrmänner werden vor dem Zeughaus geflutet und ein Raub des Wassers. Einige konnten noch in letzter Sekunde teils beschädigt gerettet werden.

10.00 Uhr:
Die Ereignisse überschlagen sich - in der Einsatzzentrale treffen unzählige Anrufe ein. Die gesamte Salzachstrasse, Tannenweg, Birkenweg, Kiefernweg, Fichtenstraße, Siedlungsstraße, die Ortsteile Torren und Markt stehen unter Wasser. Die mittlerweile 60 Mann der Feuerwehr Golling beginnen mit den ersten Evakuierungen, Pkw´s werden aus den Fluten geborgen, gleichzeitig die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr aus dem Gefahrenbereich gefahren - diese wurden ebenfalls fast vom Wasser eingeschlossen.

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Bildquelle: salzburg.gv.at

Mittag
Erste Menschenrettungen

Nur eine der Meldungen an "Florian Golling": Eine Frau ist von der Zivilisation abgeschnitten, hat keine der dringend benötigten Medikamente mehr. Sofort machen sich Rettungstrupps der Feuerwehr mit dem Boot auf und holen die Frau aus den Fluten. Der Transport erfolgt auf dem Wasser direkt zum Hubschrauber, die Frau kann übergeben und gerettet werden.
Zu dieser Zeit erfolgen weitere unzählige Rettungsaktionen, sogar der praktische Arzt Dr. Peter Borchard wird mit dem Boot (!) zu einem Herzinfarktpatienten gebracht. Der Ausnahmezustand hat seinen Höhepunkt erreicht. Das Feuerwehrhaus steht ebenfalls rund 60 cm unter Wasser.

Nachmittag, 70 Mann der Feuerwehr Golling im Einsatz
Der Wasserpegel erreicht den Höchststand - Katastrophenalarm ausgelöst
Während die Feuerwehr mit Rettungsaktionen und Bergungen beschäftigt ist, dringt das Wasser bei vielen Gebäuden nach dem Keller in die Wohnräume ein, die Menschen können nur mehr in obere Stockwerke fliehen. Die meisten Häuser stehen komplett unter Wasser, der Strom wird abgeschaltet. Zu dieser Zeit sind rund 1000 Leute von der Aussenwelt abgeschnitten. In der Einsatzzentrale Golling laufen die Telefone heiss, viele verzweifelte Anrufer bitten um Hilfe. Die Schicksale vieler Betroffenen geht den Einsatzkräften von Feuerwehr und Rotem Kreuz unter die Haut. Fast alle aktiven Feuerwehrmänner haben sich für die restliche Woche Urlaub genommen um zu helfen.

Abend
Die Situation entschärft sich erstmals
Der Wasserstand der Salzach lässt Gott sei dank nach, die Feuerwehrmänner machen die erste kurze Pause. Geräte werden nachgerüstet, Fahrzeuge wieder auf Vordermann gebracht, Menschen, welche im Ortskern eingeschlossen waren, mit dem Boot nach Hause gefahren.

03.00 Uhr - 06.59 Uhr:
Die Feuerwehr beginnt mit den Aufräumungsarbeiten im Zeughaus, einige Kameraden suchen einige wenige Stunden Ruhe - der Einsatz mit dem Auspumparbeiten wird für 07.00 Uhr des nächsten Tages angesetzt.


TAG 2 - 13. August 2002
07.00 Uhr - 02.00 Uhr :
Nach Aufnahme der Schäden und hunderten Anrufen stehen rund 200 betroffene Haushalte fest, welche die dringende Hilfe der Feuerwehr benötigen. Es werden Trupps mit Fahrzeugen und Pumpen gebildet und arbeiten sich von Haus zu Haus vor. Gleichzeitig treffen die Kameraden der FF Abtenau und FF Russbach ein und unterstützen die Gollinger Feuerwehr. Weiters wird das Bundesheer mit 30 Mann angefordert, auch viele freiwillige Helfer melden sich aus dem gesamten Bundesland. An diesem Tag wird das gesamte Schadensausmaß sichtbar, rund 15 cm Schlamm bedecken die Straßen Gollings. Es werden an diesem ersten Tag 120 Keller leergepumpt, die Fahrzeuge welche am Abend in die Zeugstätte einrücken sehen verheerend aus. Nach dem Abendessen (24.00 Uhr) suchen die Feuerwehrmitglieder einige Stunden Schlaf, der Einsatz wird am nächsten Tag um 07.00 Uhr fortgesetzt. Es ist mittlerweile 02.00 Uhr früh.
Im Einsatz an diesem Tag 2: 60 Mann der FF Golling, 10 Mann anderer Feuerwehren,
30 Mann Bundesheer, 10 Mann freiwillige Helfer.

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Bildquelle: salzburg.gv.at

TAG 3 - 14. August 2002
07.00 Uhr - 22.00 Uhr
Die Auspumparbeiten gehen weiter, an diesem Tag setzt sich die Hilfe fort. Es werden rund 80 Keller leergepumpt, die Feuerwehr wird hierbei durch die Kameraden aus Bischofshofen und St. Johann unterstütz. Das Kontingent des Bundesheeres wird auf 100 Mann aufgestockt. Auch der Umweltschaden zeigt sich nun zur Gänze, viele Kellerheizungen haben durch das Wasser Risse erlitten, Heizöl verschmutzte einige Bereiche. Es wird das "Ausbaggern" durch die BH veranlasst. Um 22.00 Uhr endet der Dienst für die Feuerwehrmänner an diesem Tag.
Im Einsatz: 40 Mann FF Golling, 20 Mann anderer Feuerwehren, 100 Mann Bundesheer, 10 Mann freiwillige Helfer.   

Der Einsatz ist noch nicht beendet, die Aufräumungsarbeiten "Feuerwehr-intern" beginnen am Tag 4.


TAG 4 - 15. August 2002
07.00 Uhr - 22.00 Uhr
Wieder ist der Treffpunkt Feuerwehr-Zentrale um 07.00 Uhr vereinbart. Und erneut finden sich 50 Helfer an diesem "Feiertag" im Zeughaus ein. Die letzten Keller, welche durch das Grundwasser wieder vollgelaufen sind, werden ausgepumpt. Auch viele Straßen werden gereinigt, verschmutzte Keller und vom Heizöl kontaminierte Haushalte gesäubert. Das Österreichische Bundesheer unterstützt die Feuerwehr wieder mit 30 Mann, viele freiwillige Helfer ergänzen die Einsatztruppe. Nach einer "Grob-Reinigung" der Fahrzeuge finden rund 80 Mann um 22.00 Uhr die wohlverdiente Ruhe. Nächster Einsatztag: 16. August, 07.00 Uhr früh!


TAG 5 - 16. August 2002
07.00 Uhr - 22.00 Uhr
Um 07.00 Uhr früh treffen sich wieder 40 Mann im Feuerwehrhaus. Heute gilt es vor allem Straßen zu säubern, Kanalschächte zu reinigen, Hauseinfahrten zu säubern und Hilfsdienste zu verrichten. Bis 20.00 Uhr steht die Mannschaft an diesem 5. Tag im Einsatz, erstaunlich welche Motivation noch immer nach 5 Tagen "Knochenarbeit" bei Manchem zu spüren ist! Bravo Kameraden!

Es wird noch das gesamte darauffolgende Wochenende an der Wiederherstellung des "Normalzustandes" gearbeitet. Auch seitens der Feuerwehr sind Schäden zu verzeichnen: Das überflutete Zeughaus, geflutete Pkw´s von eingesetzten Feuerwehrmitgliedern, Schäden an den Einsatzfahrzeugen, kaputte Pumpen und Geräte.

Daten und Fakten 
12.08. bis 16.08.02, 100 Stunden Einsatz

Menschenrettungen
20 Personen gerettet, 2 davon in akuter Lebensgefahr, großteils mit Boot Golling
40 Personen aus Zug evakuiert

Tierrettung
10 Schafe gerettet
 
Sachwerte
15 Personenkraftwagen gerettet

Einsätze gesamt
280 Einsätze in 4 Tagen
220 Keller ausgepumpt
30 Öleinsätze, Umweltschutz

Einsatzkräfte
Feuerwehr Golling: Insgesamt 250 Mann, 5 Tage
Andere Feuerwehren: 60 Mann, 2 Tage
Rotes Kreuz Golling: rund 20 Mann, 2 Tage
Bundesheer: 240 Mann, 4 Tage
Freiwillige Helfer: 26 Mann, 4 Tage

Fahrzeuge
Feuerwehr Golling: 7 Fahrzeuge, 2 Boote
Feuerwehr Russbach, Abtenau, Bischofshofen, St. Johann: 7 Fahrzeuge

Pumpen
20 Pumpen, 5 Aggregate, Handwerkzeug


 
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